Webmontag in Frankfurt – bloggen sie das bitte

Wer den geglückten Aufsatz gelesen hat, weiß bescheid – Programmiersprachen sind nicht die meinen. Trotzdem habe ich mich auf den Frankfurter Webmontag getraut um – so schätze ich einen Großteil der eingetragenen Vorträge zumindest im Voraus ein – für mich relativ unverständlichen Vorträgen zu lauschen.
19:24 – der Raum ist angenehm groß – ob das was wird mit Kuscheln? Auf jeden Fall wirkt ein Großteil der Tische, als ob man sich angeregt unterhält. Bühne, Technik – scheint alles zu passen. Jetzt verlangt Herr Wanhoff allerdings mein Notebook – wegen fehlender Adapter. Bloggerpause – ab zu Bar.

20:04 – mein Laptop ist freigesprochen worden. Und das mit der Pünktlichkeit ist mal wieder nix geworden. Der Raum ist mittlerweile gut gefüllt – und jetzt geht es auch los.

20:05 – Wie erwartet startet Thomas Wanhoff. Danke schön an all, die den Even hier möglich gemacht haben. Dann die üblichen Kommunikationsproblem zwischen Beamer und Rechner. Ein Großteil des Publikums kennt Podcasting – das macht den Vortrag noch kürzer als geplant. Technik, wichtigste Domains, Podcastverband – die wichtigsten Basics halt. Dann: jeder wird zum Sender – der einzelne bekommt eine Stimme – die Summer aller Stimmen erschafft ein neues Bild = Der Unterschied zwischen Hörer und Sender verschwimmt. Nischenpodcasts, Unternehmenspodcasts, miese Zweitverwertungspodcasts – die verschieden Sparten werden genant. Dann ein Verweis darauf, wo es mehr Info gibt. Und schon weiter zu:

20:20 – Arne Klempert macht weiter mit ein paar Juristischen Infos über die Wikipedia Verlinkungsproblematik. Blöde Sache das. Stand der Dinge ist – man erwartet (hofft) dass die Einstweilige in den nächsten Tagen aufgehoben wird – zumindest was die Weiterleitung betrifft. Über die Überflüssigkeit der ganzen Diskussion sollte an anderer Stelle philosophiert werden. Als ob der Name, um den es geht, sonst nirgends im Netzt zu finden ist. Leider bringt die Diskussion ja ein Problem an den tag, die das ganze Wikiprojekt gefährden könnte- Aber wollen wir mal nichts an die Wand pinseln.

20:35 – Jens Grochtdreis setzt das handwarme Headset auf und macht weiter. Wer kennt “Die Webkrauts”? Immerhin einige – ich nicht. Die Webkrauts sind eine Initiative, für die Web 2.0 ein Synonym für ein vernetztes, interaktives persönliches Internet ist. Es geht um Webstandards und darum, wie deren Vorteile bestmöglich genutzt werden können. Ohne semantische Codes und Schnickschnack. Beispiel Focus – Erik, einer der Webkrauts, nahm sich der Focusseite an und setzte sie neu auf. Eine Mail an Focus, in der ihnen diese neue Seite präsentiert wurde, ist noch unbeantwortet. Aber wahrscheinlich schon ausgedruckt.

20:45 – fließender Übergang zu Sebastian Werner der qooxdoo präsentiert – gesprochen kucksdu. Ein Javascript-Webapplication-Toolkit, das kein Flash, Java oder sonstiges braucht um schön zu sein. Dann einiges über Widgets: Comboboxen, Reiter, BarView, ein- und mehrspaltige Listen, Bäume, Toolbars und und und. Die demnächst (nächste Woche?) erscheinende qooxdoo version wird dabei ohne CSS laufen. Es folgen jede Menge weitere cooler Vorteile von qooxdoo: mehr als ich mitschreiben kann. Eine Demo dauert angeblich zu lange – wird vom Publikum dennoch vehement verlangt „ausziehen“. Seht übersichtliche Oberfläche. Wenig Klicks – viel Erfolg. Zitat: „… um Kinder ineinander zuschachteln“ Aha. Schon klar. Müsste man sich also einarbeiten – aber „letztendlich ist alles sehr einfach.“ Zitat ende. Gerrit ist dran. :-)

21:03 – ganz kurz (behauptet er) – Sein Thema: „Fonts im Web“. Nach einem hauch von netter Werbung geht’s los mit Systemfonts: für Mac –Lucida Grande, Basklerville,…. Windows: zu schnell – zu viele fonds – zumindest für mich. Dann die Trends: bei CSS gibts mehr Vielfalt, mit Vista gibt’s mehr Schriften. Schriften über Schriften. Namen bringen hier nicht – Schriftbilder kann ich nicht bloggen – aber auch wenn ich kein „Augenmensch“ bin – sehr viel Schönes bei.
Kleinweich klaut die Frutiger Next und nennt sie Segoe UI – Rechtstreit vorprogrammiert.
Da lacht das Typographenherz – und der Schriftsetzter bleibt traurig im Ruhestand.
Ein paar Worte zu sIFR – scalable Inman Flash Replacment – Schrift in Flash. Dann schnell weiter zu P+C DTR – für mich bitte noch ein Bier – das könnte helfen. Schnell verabschieden – und nach 13 Minuten ist alles vorbei. Schade.

21:18 – Rany Keddo präsentiert fleavent – einen Freundeskalender. fleavent.com Also ein kollaborativer Event Kalender. Stark wiki lastig – jeder kann etwas eintragen: Orte, Interessen, (neue) Freunde (finden), sich Gruppen anschließen, … Das ganze funktioniert mit Tags, RSS und API’s. Sehr schöne Präsentation – mit Spaß.

21:30 – Beate Paland präsentiert Ruby on Rails – ein Framework – nicht zu verwechseln mit der „altbekannten“ Programmiersprache. Die Features: DRY (don’t repeat yourself), Konventionen sind wichtiger als Konfigurationen, AJAX/Scaffolding, (noch 26% im Akku – bis zum Ende bloggen wird knapp) Unit Test, ActiveRecords, ActionController, …. – dann wird’s etwas viel für mich – und bevor ich den Akku leer blogge… Wahrscheinlich eine schöne Präsentation für Programmiere – bin ich aber nicht.

21:47 geht’s dann weiter mit fukami & mastaYoda die Schreck 2.0 präsentieren. Untertitel „Antisocial JavaScript and XML.“ Klingt lustig. (18% Akku) Es geht um Fehlersuche (oder Findung) die mit verschieden aktiven Elementen auftauchen – und sich „ausnutzen“ lassen. Wir lernen – mit JavaSCRIPT Blödsinn machen ist einfach – schaltet schließlich keiner ab – sonst läuft ja das halbe Web nicht. Ein Beispiel: Samy, der kleine JavaScript-Wurm, der via „add a friend“-Funktion innerhalb von 24 Stunden 1 Millionen User auf MySpace erwischt hat. Noch eins: AntVille/Helma, mit dem man in 2 Schritten den Userstatus auf Admin ändern kann (im Raum wird mitgeschrieben;-) ) Nächstes Beispiel – Plazes – hinzufügen und löschen per GET-Request, Cookie Diebstahl, Code-injektion auf die Startseite via Photoblog-URL. Alles mittlerweile gefixed. Beispiele über Beispiele: FlickR, del.icio.us, Lycos IQ und und und – (ich deaktiviere gerade java). Die beiden zeigen sehr unterhaltsam, wie man als JavaSCRIPTFreund ganz viele neue Freunde finden kann.
Dann kommen Tipps, wie man sich (akku leer weiter mit Gerrits apple – 6%akku) schützen kann – gefolgt von einer kurzen Demo wie man mit einem schlichten String auf Ami??Dingsbums.de (partnerseite) ein paar Lacher aus dem Publikum holt.
Fazit – eine sehr gelungene Veranstaltung, die nach weiteren Terminen schreit. Ein buntgemischter Themen-Blumenstrauß – für jeden was dabei – für Programierer etwas mehr. Auf jeden Fall ein voller Erfolg. Gut 70 Besucher. Mal sehen was jetzt noch so passiert – wo geht das VC über den Tisch? Und was geht noch alles über die Theke? Für mich bitte ein Bier – und nicht noch so eine unsägliche Bionade mit Lytschi Litchi (schreibt man das so? Es schmeckt auf jeden Fall so.)

Technorati-Tag: Webmontag

9 Kommentare zu “Webmontag in Frankfurt – bloggen sie das bitte”

  1. Tim

    Danke für den ausführlichen Bericht!

  2. André Fiebig

    Sehr nette und anschauliche Beschreibung. Bitte noch eine über das danach und drumherum.

    P.S.: Korrigiere mal den / die Links.

  3. Benjamin Reitzammer

    Danke für die gut zu lesende und informative Zusammenfassung. Das war ziemlich genau das, was ich mir erhofft hatte im ersten Schritt morgens nach der Veranstaltung zu lesen.

    Und es heisst “Litschi”. ;)

  4. fukami

    Wir haben nie über [[Java]] geredet, sondern über [[JavaScript]] :-)

  5. peter

    keine Lytchi mehr dafür, dafür mehr Script. Aber wo sind die falschen Links? Doch noch zu müde?

  6. kosmar

    den fonts beitrag von herrn Aaken hätt ich gar zu gern gesehn. mist nochmal is der online wo? warum filmt denn da immer keiner. herrje. oder hast du zwecks podspektive da was mitgeschnitten?

  7. Luka

    Ich war ja nicht dabei, aber die Schriften nennt/schreibt man “Fonts” – “Fonds” sind das mit Geld, oder mit Verlusten – oder auch mit beidem …

  8. peter

    Ich dachet sicher an andere Fonds – an die Flüssigkeit, die als Basis für eine Sauce dient. Daher der Fehler ;-)

  9. Blogwinkel » Blog Archive » Montags Bionade kuscheln

    [...] Jens Grochtdreis stellt dem interessierten Programmierer YAML und YUI-Grids vor. Leider wieder so ein Vortrag, dem ich als absoluter Laie nicht bis in die Tiefe verstehe. Aber spätestens bei Floats (?) und Clearings steige ich aus. Was ich mitnehme ist, dass bei Grids etwas hinzugefügt wird und bei YAML wird was weggenommen. Gerrit kann das sicher besser erklären. Wenn man die technischen Schwierigkeiten mit dem Beamer abzieht bleibt er auch fast in der Zeit. Eine gute Präsentation – wie gewohnt – und zwei scheinbar praktische Tools. [...]

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