Weihnachten 2.0

Es könnte kaum unweihnachtlicher sein. Bei 10 Grad und mehr macht weder von-Geschäft-zu-Geschäft-huschen noch Glühweintrinken Spaß. Hilft aber nicht, Weihnachten kommt unaufhaltsam näher. Und dann auch schon das Ende des Jahres: die Zeit, in der man auf die vergangenen Monate zurückschaut. Jahresbilanz.

Aber vorher – Weihnachten: Familie, nicht arbeiten, Baum, lecker Essen, Weihnachtsmann, Schenken, Spielzeug, Beschenkt werden. In der Reihenfolge. Wie immer natürlich verknüpft mit der Vorraussetzung, sich das Fest vorher verdienen zu müssen. Mit Jobs, die erst beendet, Adventskalendern, die gebastelt, Aufräumarbeiten, die absolviert, Geschenken, die gekauft, Einkäufen, die erledigt und Bäumen, die besorgt werden wollen.

Um den Weihnachtsstress schon im Vorfeld so gering wie möglich zu halten, habe ich mich gefragt, ob ich meine Weihnachtspost nicht digital versenden sollte. Ich weiß, das kann man schon seit längerem, machen einige sicher auch, aber ich bin selbst darauf gekommen. Denn: Normalerweise wirken digitale Weihnachtswünsche – die man ja auch dementsprechend spät losschickt – immer wie ein Notlösung. „Dann wenigstens noch ne E-Mail. Was mit ’nem Rentier, ’ner Tanne und Schnee, Frohe Weihnachten in die Betreffzeile und raus damit.“

Dieses Jahr aber, Web 2.0 sei Dank, sieht das mit den elektronischen Weihnachtspixeln ganz anders aus. Dieses Jahr werden wir unsere Weihnachtskarten über MySpace, StudiVZ und Xing verschicken, sie auf FlickR online stellen und in unseren Blogs, bei Del.icio.us und Konsorten verlinken. Selbstverständlich ordentlich getagt, damit sie sich leicht via Google oder Technorati finden lassen. Und da steckt der ganz große Vorteil: man kann niemanden vergessen. Denn jeder bestehende oder potenzielle Kunde kann sich mit ein paar Klicks anschauen, was man ihm zur Weihnacht wünscht.

Vorher gibt’s natürlich noch einen Adventskalender 2.0. Der eine oder andere Anbieter wird ihn sicher RSS-X-Mas-Countdown nennen und bei Jamba muss man sicher dafür zahlen.

Aber wenn schon Weihnachten 2.0, dann doch bitte richtig:
Also werde ich für die Wunschlisten der Kindern wohl den Laptop vorübergehend an sie abgeben müssen – ich hab schon ein Wunschzettel-Wiki eingerichtet und muß nur noch das richtige Plugin finden, mit dem die Wunschliste als Cloud darstellt wird – damit man die Relevanzen sieht. Die Weihnachtslieder wird Gerrit sicher als Podcast bringen und ab 19:00 wird das Geschenke auspacken live mitbegloggt. Via Technorati lassen sich dann sicher auch die Top-Geschenke dieses Jahres finden. Klingt doch toll, die Aussicht auf Weihnachten 2.0.

Gut, dafür wird der Nachmittag des Heiligabend extrem stressig: Die Kinder werden quengeln, ich soll schaue, ob wir nicht via Geo Tagging raus finden können, wo der Weihnachtsmann schon überall war. Gab es da nicht letztes Jahr schon einen Link zu? Dann war ja der Weihnachtsmann letztes Jahr schon 2.0.

Ein Kommentar zu “Weihnachten 2.0”

  1. Blogwinkel » Blog Archive » Frohe Weihnachten übrigens

    [...] Wie jedes Jahr gab es diesmal wieder reichlich analoge statt digitaler Weihnachtspost. Als schönste Weihnachtskarte, die ich dieses Jahr gesehen habe, hat sich dabei eindeutig meine eigene herauskristallisiert. Ein großartiges Foto, tolle Photoshopbearbeitung und dazu eine großartige zweite Seite mit Sylvestergrüßen. Keine Angst – die zweite Seite werde ich nächste Woche natürlich auch posten. [...]

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