digital trifft analog

Über den User 1.0beta hab ich mich ja schon ausgelassen. Ist ja auch eigentlich nichts Schlimmes – nicht so gut wie andere mit dem Internet umgehen zu können. Dumm aber, wenn man einen User 0.01beta bei einem Job als Gegenüber hat – bei einem Internet-Job.

Alle Besprechungen brauchen Stunden, weil nicht mal der geringste Grundstock vorhanden ist. Und weil der Unterscheid zwischen Analog und Digital an allen Ecken und Enden nach Erklärungen schreit, kam es in einem der letzten Meetings zu einer Situation, in der ich mir nicht weiter zu helfen wusste, als mit einem „das ist einfach so“ auf die grundsätzlichen Verschiedenheit von Internet und Printmedien zu pochen.

Begründet mit einem: „Sehen Sie, wenn ich jetzt etwas auf dieses Papier schreibe und sie sollen auf dem gleichen Blatt eine Antwort schreiben – wo schreiben sie die hin?” „Drunter?“ fragt der User 0.01 Beta mehr als das er antwortet. „Richtig. Schreib ich ihnen aber eine E-Mail, wo schreiben sie dann ihre Antwort hin?“ „Drüber?“ kommt die noch unsicherere Antwort mir entgegen. „Genau“ greife ich sie auf, „im Internet funktioniert eben vieles andersherum“.

Mein Stich.

Wer dieses Bild hinterfragt kommt natürlich schnell drauf, dass man mit diesem hinkenden Vergleich nicht weit kommt. Egal. Mein Meeting war gerettet und alle kommenden sind etwas einfacher geworden. Vor allem aber hat mir der User 0.01beta bei unserem nächsten Termin gestanden, das er jetzt schon lernt, wie man E-Mails abruft. Und nächste Woche will er Mails schreiben lernen. „Aber jetzt“, höre ich aus stolz geschwellter Brust, „kann ich sie schon selbst aufrufen. Abends wenn meine Sekretärin schon weg ist. Und ausschalten kann ich den Computer danach auch schon. Aber natürlich erst, wenn alle Mails ausgedruckt sind.”

Danke, User 0.01beta

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