Vorrat für den Arsch

Wer auf Nummer sicher gehen will, neigt zu Bevorratung. Legt mehr zurück, als nötig. Sichert sich einen Vorrat für schlechte Zeiten. Mitunter eine tolle Sache, etwas auf Vorrat zu haben.

Aber auch nur mitunter, den was das Bundesjustizministerium uns nun mit der Vorratsdatenspeicherung antun möchte, ist unter aller Sau. Schauen wir uns diese Schweinerei mal genauer an:

Was bedeutet Vorratsdatenspeicherung eigentlich? Nun, das 6 Monate lang all unsere Handy-, Festnetz- und E-mail-Verbindungsdaten gespeichert werden. Nicht schlimm? Von wegen, denn zum Beispiel bei Handy-Telefonaten und empfangenen/gesendeten SMS werden auch die Standortdaten mitgespeichert. So lassen sich nicht nur Bewegungsprofile erstellt, sondern auch Kontakte zurückverfolgen. Und durch den Inhalt der Nachrichten, der gleich mal mitgespeichert wird, lassen sich auch gleich Rückschlüsse auf die Interessen ziehen.

Wer glaubt, das braucht ihn nicht zu interessieren, da er einen anonymen Mailaccount nutzt und/oder andere Anonymisierungsdienste, der irrt gewaltig. Denn die sollen in einem Aufwasch auch gleichzeitig verboten werden.

„Ich mach ja nix Böses, das stört mich nicht“ – auch kein sicherer Standpunkt, denn was böse ist und was nicht, was man beobachten sollte und was nicht, liegt ja nicht in unserem Ermessen. Schlimmer noch, denn der Zugriff auf die Daten soll nicht nur Polizei und Staatsanwaltschaft vorbehalten sein, nein, auch ausländische Staaten dürfen auf Anfrage gerne etwas in unserem Vorratsdatenpool baggern. Und das zählt ja nun wirklich zu den letzten Dingen, die man möchte.

Also: man möchte unsere Privatsphäre bescheiden, die Rechte verschiedenster Berufe wie z.B. Journalisten, Medizinern, usw., deren Job eine gewisse Vertraulichkeit voraussetzt, empfindlich einschränken, uns eines unserer Menschenrechte, das Recht auf Privatsphäre, gehörig einschränken.

Und warum? Angeblich um Terroristen und Kriminelle zu überwachen oder ausfindig zu machen. Ob das wohl funktioniert? Ob die Bin Ladens dieser Erde nix davon mitbekommen und sich per Handy, Mail und Festnetz zum nächsten Terrorakt verabreden? Oder ob sie ganz einfach auf andere Kommunikationsmöglichkeiten umschwenken und wir am Ende die einzigen sind, die unter dieser massenhafte Datensammlung zu leiden haben? Einmal darf man raten.

Die Vorratsdatenspeicherung hat zwei Dinge mit der Ersatzklopapierolle auf dem Gäste Klo gemein: Beide sind für den Notfall gedacht. Sollte dieser jedoch eintreten, sind beide für den Arsch.

Daher: bitte schnell hier bei der Sammelklage mitmachen. Alle weiteren Infos zu dem Thema sind ebenfalls auf vorratsdatenspeicherung.de zu finden.

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