Zentimeterarbeit

Es gibt ja noch so einige Baustellengeschichten, von denen ich aus Zeitgründen bis dato noch nicht berichtet habe. Zum Beispiel die Fortsetzung der 40 cm Posse. Oder vom ersten Baustopp. Das war nämlich so:

40cm

Letzten Dienstag stand ich mit meinem Architekten, dem Bodengutachter, dem Statiker und dem Urlaubsvertretungsbauleiter gemeinsam im Schlamm um das Thema Bodenqualität, Standfestigkeit und Setzungsverhalten zu diskutieren. Nach knapp 1,5 Stunden stand dann fest, das ich verstärkt in Stahl investiere und wir die Bodenplatte statt 16 cm nun 25 cm stark machen.

9cm

Aber – 9 Zentimeter mehr heißt natürlich auch 9 cm weniger. Denn da der Anbau nicht höher werden soll, muss natürlich die Baugrube niedriger werden. Ich investiere also in Stahl und Erdabbau.

 

Andererseits kommt ein drittes Abtragen der Erde auch nicht ungelegen – theoretisch haben wir damit einen Puffer, falls die Baugrube wieder absäuft. Denn wenn es regnet müsste der durchnässte Lehm sowieso weg – bis man wieder auf eine die tragende Schicht des gewachsenen Bodens kommt.

 

Theorie und Praxis. Da der mittelgroße Bagger morgen gegen einen kleinen Bagger ausgetauscht wird, baggert man jetzt noch schnell weg was geht – weil’s schneller geht. Dementsprechend sammelt sich der Sicherheitspuffer für Regengüsse gerade in dem Container vorm Haus und wird demnächst abtransportiert. Ich werde also die ganze Woche dieses Fenster offen haben, um rechtzeitig aus einem anderen Fenster bescheid geben zu können.

 

Tja – und da war noch die Sache mit der Baustelleneinstellung. Die kam letzten Samstag – am 11. Da die Absteckbescheinigung fehlte – und ein paar Nachweise

 

… ordnen wir die Einstellung der Bauarbeiten an. Die Baustelle ist fachgerecht zu sichern. Freundliche Grüße.

Übers Wochenende war ich nicht wirklich freundlich gestimmt. Die Absteckbescheinigung konnte noch nicht da sein, weil wir noch nicht abgesteckt hatten. Das war für Dienstag geplant. Nun muss man fairerweise sagen, dass wir eigentlich eine Woche früher anfangen wollten. Die Stadt Frankfurt dachte also, wir wären schon ein paar Tage dran und rechnete sicher damit, dass schon längst abgesteckt sei. Aber nachgefragt hat keiner.</br>

 

Montag früh sprach ich mit meinem Architekten, der nach einer Stunde zurückrief und sagte, dass alles klar sei und wir ganz normal weitermachen können. Meine Baustellenlaune war gerettet.
Bis Mittwoch, dann kam das Einschreiben mit der Rechnung.

 

Baustelleneinstellung 200,00 EUR
Auslagen 3,45 EUR

Steht auch so in der bauaufsichtsgebührensatzung (kann man 27 Buchstaben harmonischer anordnen?).

 

Wir haben mal Widerspruch eingelegt.

 

Ansonsten ist letzte Woche folgendes passiert:

 

  • Kran aufgebaut
  • Baubude und ein Container gebracht
  • Bagger und Werkzeugcontainer in den Garten auf die Baustelle gestellt
  • eine Wand der Baugrube mit einem Verbau gesichert
  • 2 Treppenstufen ausgebaut,
  • tiefen Graben gezogen
  • Durchbruch für das Abwasserrohr „gehiltit“
  • Abwasser an das bestehenden Rohr angeschlossen
  • Regenrinne umgelegt
  • Wurzeln in den Container gehoben
  • Abwasserrohr verlegt
  • und kurz vorm Wochenende das Baustellenkondom übergezogen.

Ausserdem hab ich sämtlichen Grünschnitt und den Metallmüll des alten Kamins weggebracht und die alten Bahnschwellen Krangerecht und abholbereit gestappelt.

 

Jetzt mach ich mal ein paar Bilder und sehe nach, was es neues gibt.

Ein Kommentar zu “Zentimeterarbeit”

  1. Marco

    > “Baustelleneinstellung 200,00 EUR
    > Auslagen 3,45 EUR”

    Das sind doch so Momente, wo man die Panzerfaust rausholen möchte oder?!
    “Falling Down” läßt grüßen :(

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