Nachtrags-Orgie – Teil 3 bis X

Viel passiert, wenig gebloggt. Das Bild der Bodenplatte, das jetzt schon seit Wochen hier zu sehen ist, ist natürlich klängst nicht mehr aktuell. Inzwischen ist eine zweite Bodenplatte hinzugekommen, die Wände wurden betoniert, die Decken geschalt und dann haben die Rohbauer viel Zeit damit verbracht, auf die zweite Stütze zu warten.

Denn statt der bestellten runden Stütze für den unteren Raum, wurde eine viereckige geliefert. Aber als extrem wichtiges, tragendes Teil der unteren Deckenkonstruktion konnte man ohne sie natürlich nicht die Decke gießen. Also haben Rohbauer vorbereitet was vorzubereiten war – aber keinen Beton gegossen. Als die Stütze dann Ende letzte Woche endlich kam ging es dafür dann endlich Schlag auf Schlag.

Zwischendurch mussten sie allerdings noch um den Mist kümmern, den der Elektriker verbrochen hatte.

Zur Erinnerung: Wände und Decke sind in Sichtbeton gehalten – für jedes Wandstück und beide Decken wurde haarklein festgelegt, wo die Fugen der einzelnen Betoplanplatten sein sollen und wo die Spannschlößer zu sitzen haben, damit die Wände nicht nur einen glatte Oberfläche, sondern auch einen regelmäßigen Rapport der Fugen und Spannschlößer haben.

Außerdem wird es einen Kabelkanal geben, der neben Kabeln auch Steckdosen beherbergen wird – dementsprechend wenig Dosen sind auch für die Wände geplant: 5 Downlights im Flur, 6 im Badezimmer, dazu 2 Lautsprecherdosen in der Decke. Im Büro 2 Schalter, eine Gegensprechanlage und einen Anschluss in der Decke.

Eigentlich hätte ich schon misstrauisch werden, als der Elektriker die einzigen Aussenanschuss falsch montierte. Meine Ansage war, dass der Kabelauslass in der Mitte der Wand sitzen sollte. Eine Angabe, mit der man eigentlich hätte arbeiten können. Immerhin, horizontal hat er die Mitte der Wand gefunden, statt den Anschluss aber auch vertikal in die Mitte der Wand zu setzen, platzierte er sie auf 1,80m Höhe.

Und auch bei den anderen Dosen, die er setze, hat er sich nicht mit Ruhm bekleckert. Mittlerweile bin ich mir sicher, dass Elektriker mit plus und minus nur umgehen können, wenn bunte Kabel drum rum sind. Nicht aber wenn es um Zahlen auf dem Zollstock geht. Die traurige Bilanz seiner folgend Dosenlegerei: Die 5 Downlights im Flur sind nur 3 Zentimeter daneben und eine der Lautsprecherdosen 17 c. Den Vogel schoss er allerdings mit dem Kabel im Bad ab. In die eine Richtung um 55 cm daneben, in die andere um 30 cm wäre das Kabel für den Schalter quasi mitten in der Decke raus gekommen. Zum Glück habe ich das noch mal nachgemessen – so konnte er es wenigstens dahin legen, wo es hingehört. Allerdings habe ich seitdem ein hässliches Loch in meiner schönen Sichtbetondecke – das die Rohbauer so gut es geht geflickt haben (der Elektriker wollte Klebeband drüber machen).

Ein paar Meter weiter hat er den gleichen Scheiß gemacht – ein Loch in die Sichtbetonschalung gebohrt, an der es nun wirklich nichts zu suchen hat. Auch das haben die Rohbauer so gut es ging kaschiert. Wie sehr man meiner Decke die Blödheit des Elektrikers später dennoch ansehen wird, weiß ich erst, wenn die Deckenschalung endlich abgebaut wird.

So hatte das Warten auf die Säule doch einen Sinn – wäre sie pünktlich gekommen, hätte ich keine Zeit gehabt, die Dosen nachzumessen und den Mist des Elektrikers zu entdecken.

Dank der vorbereiteten Bewehrungen ging dann aber auch alles Schlag auf Schlag: mittlerweile sind beide Decken fertig – lediglich die Attika des Büros und die Trockenbauwände fehlen noch. Sprich: Ende nächster Woche sollten die Rohbauer abziehen und die Baustelle freimachen für die anderen Gewerke. Mal sehen was dann für Überraschungen auf uns zukommen.

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