Fragwürdige Fragen

Vor ein paar Tagen (Wochen?) purzelte die folgende Anfrage in meinen digitalen Briefkasten – adressiert an Peter ät Blogwinkel:

Hallo Herr Schneider,

Ich bin auf Ihren “Blogwinkel” gestoßen und möchte ihn gerne vorstellen in unserem wöchentlichen Blogcheck auf der Computerseite der Frankfurter Neuen Presse. Ich würde mich über Feedback freuen, ob Sie Lust und Interesse haben. Falls ja: Unten schon mal die Fragen, deren Beantwortung Grundlage des Blogcheck sind…
Mit herzlichen Grüßen,

XXXXXXXXXX

Titel des Blogs?
Privat oder gewerblich?
Seit wann existiert es?
Wie sind Sie zum Bloggen gekommen?
Letzter Eintrag?
Festes Thema? Wenn ja, warum (was haben Sie der Welt zu sagen)?
Welche Inhalte? Nur Text? Videos? Bilder?
Werbung im Blog?
Impressum: ausführlich (Ansprechpartner, Disclaimer)?
Feeds: Welche? Funktionieren sie?
Archiv?
Kommentieren ohne Registrierung? ohne Freischaltung? Wird rege kommentiert?
Links: ja oder nein? Wohin? (auch FlickR, Wikipedia, etc.)
Blogroll: Wie gut vernetzt? frankfurt.blogplan.de verwendet?
Registriert bei: Technorati, Blogorama, Blogscout, etc.
Welche Plattform (Wordpress, Serendipity, TypePad, etc.)?

Heute nun habe ich diese Mail wie folgt beantwortet:

Hallo xxxxxxxx,
gut – meine Antwort kommt etwas spät.

Aber ich dachte, wenn Sie weder die Zeit haben, den richtigen Namen in Ihre Copy&Paste” Mail zu schreiben, noch den Überblick darüber, welche Blogs schon in der doch noch recht jungen “Blogcheck” Rubrik besprochen wurden (hier der Link zum Blogwinkel Blogcheck vom 07.08.2007), dann haben Sie sicher auch keine Zeit meine Antwort zu lesen.
Drum habe ich mir mit dieser – Absage möchte ich es nicht nennen – Antwort etwas Zeit gelassen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen gerne vorschlagen, Ihren Fragebogen etwas zu überarbeiten:
Nach dem letzten Eintrag, den Inhalten und dem Impressum zu fragen, oder danach, ob es Werbung und Archiv gibt, das Impressum vollständig ist und welche Plattform genutzt wird, halte ich für – erlauben Sie mir den Wortwitz – ziemlich fragwürdig.

Mit ein paar Klicks auf dem entsprechenden Blog könnten Sie sich all diese Fragen selbst beantworten. Und vor allem – man könnte diese Klicks sogar als Recherche bezeichnen. Früher, in den Zeiten vorm User generated Content, gehört so etwas gar zur Journalistischen Arbeit.
Der absolute Favorit bei Ihren Fragen ist allerdings die, in der Sie wissen möchten, ob die Feeds funktionieren. Da möchte ich doch gerne wissen, wie oft Sie darauf eine negative Antwort bekommen.

In diesem Sinne bedanke ich mich für Ihre Mail, mit der Sie mir sicher nicht ganz freiwillig frischen “Content” für mein Blog geliefert haben, und schließe mit der Frage, ob es Ihnen lieber ist, wenn ich Ihren Namen in einem Blogeintrag über Ihre Anfrage auslasse.

Mit einem Lächeln auf den Lippen grüßt
Peter / Blogwinkel.de

Ja, ich hatte schlechte Laune. Und, ja, danach ging es mir besser.
Die Antwort war ein nette mea culpa Mail – daher kein Name.

3 Kommentare zu “Fragwürdige Fragen”

  1. mspro

    Das war sicher ein Journalistenbot.

  2. bosch

    Was zum Teufel ist die Frankfurter Neue Presse?

  3. meinDing

    Womit bewiesen wäre, das Blogs als Thema endgültig in der semiprofessionellen Lokalpresse angekommen sind. Und der mangelt es ja bekanntermassen chronisch an Geld und Personal für qualifizierte Recherche und sonstigen journalistsischen Luxus.

sag auch was dazu: