Sag zum Abschied leise Sampai jumpa Lagi

Nun wird es Zeit mental Abschied zu nehmen von Bali. Gegen 5 – in gut einer Stunde – wird das Moped abgeholt. Den letzten Tag habe ich genutzt, um in Sukawati auf dem Markt noch ein paar Dinge zu besorgen – Mittbringsel halt. Nicht das ich nicht vorher schon das eine oder andere eingekauft hätte, aber ich hatte noch genug Indonesisches Geld, wollte noch etwas mit dem Moped rumfahren und da kam mir die runde Stunde bis nach Sukawati gerade recht. Worauf ich ja besonders stolz bin: ich hab mich nicht ein einziges Mal verfahren. Und ich hatte in den ganzen Tagen keinen Unfall – von dem kurzen Zusammentreffen mit dem Huhn mal abgesehen. So chaotische der Verkehr hier auch war, er wird mir fehlen. Das Fahren auf der Linken Seite, das Überholen wo gerade Platz ist, das Starten in den Gegenverkehr wenn gerade Platz ist um sich dann auf der richtigen Seite einzufädeln, der Moped-Pfropf vor den Ampeln (bei Rot drängeln sich alle Mopeds nach vorne, so das bei Grün immer nur ein paar Autos drüber kommen, aber alle Mopeds), das Drängeln mit gleichzeitigem Rücksicht nehmen und vieles mehr.

Ich werde vieles mitnehmen aus Bali, und damit meine ich nicht die materiellen Dinge. Es wäre zuviel alles aufzuschreiben – auch weil ich bis 5 noch rüber muß ins Internetcafe, das hier kurz online stellen und dann wieder halbwegs pünktlich hier sein – aber ich will mal ein gutes und plakatives Beispiel nennen: Zu Hochzeiten Reis zu werfen ist eine Unart. Brauchtum hin oder her, wer jemals gesehen hat, wie jemand bei sengender Hitze im Reisfeld steht und umgräbt, knietief im Wasser steht und die neue Saat setzt oder den Reis nach ca. 4 Monaten mit der Hand erntet, der weiß, dass das Werfen von Reis eine unglaubliche Missachtung der harten Arbeit ist, von dem Hunger, den Abertausende von Menschen Weltweit leiden, mal ganz abgesehen.

In einem der vorherigen Postings hatte ich es schon geschrieben, die Herzlichkeit hier ist beeindruckend. Natürlich sind viele der Menschen hier hauptsächlich so freundlich zu den Touristen, weil sie mit ihnen ihr Geld verdienen oder weil sie hoffen, das etwas für sie abfällt. Aber ich hatte auch viele Begegnungen, bei denen das keine Rolle spielte. Sei es im tiefsten Hinterland, wo der nächste Mopedfahrer anhielt, weil ich am Straßenrand stand und ja evtl. Hilfe brauchen könnte, sei es in einem Warung, in den eigentlich nur Einheimische gehen und in dem ich aufgefordert wurde, mich zu ihnen zu setzen oder sei es beim Beobachten des Sonnenuntergangs am Strand, wo ich auch gleich von Balinesen angesprochen wurde und die vier Fragen mehr als einmal beantworten musste.

Also – ich drehe jetzt die letzte Runde mit dem Moped, dass erst 5800 km runter hatte, das mir ganz großartige Dienste geleistet hat und das ich zu einem extrem günstigen Preis ausgeliehen habe. Und dann geht’s ans packen. Okay – eine Runde im Pool muss vorher noch drin sein. Das war’s also fürs Erste zum Thema Bali hier auf Blogwinkel. ich bedanke mich fürs mitlesen – spätestens in zwei/drei Tagen werde ich nochmal auf die Bilder verlinken, die ich dann auf Ipernity hochgeladen haben werde.
Sampai jumpa Lagi Bali – und ma kasih (die hier gebräuchlich Kurzform für Dankeschön). Besondern an Airways Holidays, den Sponsor dieser gewonnenen Reise und alle Mitarbeiter in der Villa Dewani, deren Arbeitsplatz ich ohne Einschränkungen weiter empfehlen kann und werde.

2 Kommentare zu “Sag zum Abschied leise Sampai jumpa Lagi”

  1. Max

    Schade, dass der Reisebericht jetzt vorbei ist. Schön dass du bald wieder da bist. Aber allzu viel Neues wirst du nicht mehr zu berichten haben, ich habe ja schon alles gelesen ;-)

  2. Bali Liebhaber

    Bali ist immer wieder eine Reise wert. Ich war bisher 3 x auf Bali und hab die guten und schlechten Seiten kennenlernen können (Kuta gehört eher zu den schlechten).

    Den Großteil vom Reis in Indonesien wird allerdings inzwischen aus Thailand importiert, da auch die harte billige Arbeit der Reisbauern, inzwischen zu teuer zu sein scheint.

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