Neue Baustelle, neuer Ärger

Bauen kostet leider nicht nur unglaublich viel Geld, es kostet auch unglaublich viel Nerven. Und Zeit obendrein. Bis dato lief es mit der Terrasse ja ganz gut: wie hier schon beschrieben sind 28 der 30 Terrassenplatten gelegt. Klingt nach einem Kinderspiel – zumindest bis man weiß, das jeder der Platten 1×1m groß ist und satte 134 Kilo wiegt. Auch die erste der beiden Betonwände, die die Erde des 2m höher gelegenen Gartens abfangen sollen ist schon fertig und die zweite immerhin fertig geschalt. Damit, dass der gerade mal 1 Jahr alte Putz dabei die eine oder andere Macke abbekommt, hatte ich nicht gerechnet. Ist aber so. Hab ich deren Chef aber auch schon gezeigt und darüber, dass es dafür ein Abschlag auf die Rechnung gibt, musste ich auch nicht lange mit ihm diskutieren.
Eigentlich könnten die Jungs bis Mittwoch fertig werden. Aber nur eigentlich. Denn: heute wollten sie den Abflusskasten der Abwasserrinne einbauen. Dabei haben sie leider festgestellt, das die Abwasserleitung, die die Vorgängerkolonne des gleichen Betriebes vor zwei Wochen verlegt hat, nicht tief genug ist. Nicht mal wenn sie die letzte Biegung des Rohres um 180° drehen, so dass das Wasser eben erstmal ein paar Zentimeter nach oben laufen muss. Mein kritischer Blick bei meiner regelmäßigen Baustellenbegehung wurde von Vorarbeiter Toni mit einem lapidaren „isse keine Probläm“ quittiert. „Da baue wir was“.
Ich schau mir den Kasten etwas genauer an und sehe, dass er schon mit Bleistift eingezeichnet hat, wo er das Problem mit dem Trennschneider beheben will: Einfach das Loch im Abwasserkasten um 3 cm nach oben vergrößern.
Ganz abgesehen davon, dass ich keine Ahnung habe, wie er die 3 cm, die dann unten zu viel sind, abdichten will (und ich könnte niemals prüfen, ob das wirklich dicht ist oder ob ich mir damit im Laufe der Jahre ganz lässig die Terrasse unterspüle), habe ich ihm nett und freundlich erklärt, dass das sicher nicht die Lösung ist. Das würde nämlich bedeuten, dass unten im Kasten stehts 5 cm hoch das Wasser stehen würde – die 3 cm bis zur Unterkannte des Rohres und die 2 cm, die das Wasser auch bei gutem Zureden nicht durch das gedrehte Schlussstück bergauf fließen kann. Und stehendes Wasser im Abflusskasten hatte ich vorher schon, das fängt irgendwann an zu stinken und ich müsste massenweise mit Frischwasser nachspülen um dem zu entgehen.

Abwasserauflauf

Abwasserauflauf

Jetzt will Toni den „Cheffe“ anrufen und zu sehen „Ob ere hate noch ein Idee“. Die einzige Lösung, die mir einfällt, ist, mindestens 4 (= 536 Kilo), evtl. sogar 6 Platten (= 804 Kilo) zu bewegen (bei sechs Platten müsste leider auch der von mir persönlich 30 cm tief eingebaute Schirmständer raus :-(), das Abwasserrohr 5 cm nach unten zu verlegen (genug Gefälle müssten wir haben) und alles wieder einzubauen.
Das kostet mich zwar zum Glück kein Geld, aber mit Nerven hab ich schon bezahlt und Zeit geht natürlich auch flöten. Ich sehe mein Terrassen-Einweihungs-Grillen am Donnerstag schon ins (Abflussrinnen)-Wasser fallen.

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