Endlich wieder Montag – Webmontag

Was denn? Es ist jetzt satte 27 Montage Monate her, dass ich beim letzten Webmontag war? Dann wurde es aber auch Zeit mal wieder herzukommen. Eigentlich dachte ich ja, Freund Webrocker würde mich bei meinem webmontag revival begleiten, aber er hockt lieber mit seinem Band-Kollegen in einem stickigen Kellerraum und macht Mucke. Naja – jedem das seine.
Ich hab mich deshalb trotzdem nicht bremsen lassen und wage mich unter die Nerds und lausche den heute angekündigten Vorträgen.

Mit der üblichen Bionade bewaffnet in den Saal und gleich fällt auf: es wirkt irgendwie organisierter. Man hat kaum eine Chance ohne Namenschild reinzukommen, die Bestuhlung ist auffällig dicht und der Beamer, für den auf den ersten Frankfurter Webmontagen noch gesammelt wurde, wirft ordentlich gebündeltes Licht an die Wand. Und gleich daneben: Beamer Nr. 2, der eine Twitterwall an die Wand drückt. Timing-mäßig bin ich ganz gut dabei – punkt halb acht hab ich einen Platz bezogen, einen Ja ich bin auch hier Tweet abgeschickt und den Rechner hochgefahren. Ich wäre dann soweit.

Ein schriller Pfiff und es geht los. Darren Cooper spricht ein paar Worte zum Webmontag, zu den Sonsoren und dann erwartet mich als erste „Wireframes & Co.: Conceptual Design als Projektbaustein“ von Andreas Demmer – kein unbekanntes Gesicht, aber ein mir unbekanntes Themenfeld. Was ich aller Unwissenheit zum trotz davon mitnehme ist, dass es um bessere Webseiten und bessere Applikationen geht. Dafür gibt’s als Beispiel erstmal ein paar gute Webseiten: von Google und Apple. Dann gibt es als schlechtes Beispiel: eine Zeiterfassungssoftware. Sieht scheiß kompliziert aus. Andreas erklärt, dass das daher kommt, das webseiten wachsen. Immer wieder neuen Kundenwünsche die eine Seite nach und nach überfüllen. Er nennt das Feature-Inflation. Aber es geht auch anders: Der Conceptual Designer. Auf Basis von den drei Säulen Informationsarchitektur, Usability und User Experience wird ein User Centered Design entwickelt.
So einfach kann es sein, aufgeräumte Seiten zu bauen. Das sollte jeder Kunde mal gehört haben. Die Folien zum Vortrag gibt’s auf seiner Seite.

Zweiter Redner ist Mario Hachemer, dessen Thema „Was ist ein Barcamp und ist das was für mich?“ mir da schon etwas mehr sagt. Das ich auch mal auf ein Barcamp gehen sollte, hab ich mir schon öfters gedacht. Mario erklärt erstmal, was ein Barcamp ist: eine Mitmach-Konferenz mit reichlich Vorteilen: es ist aktueller als normale Konferenzen, es ist kostenlos und es ist offen. Mario erklärt noch etwas mehr darüber, wo die Vorteile eines BarCamp liegen, aber nichts davon ist mir, der ich noch auf einem war, neu. Aber er macht nochmal deutlich: ich sollte am 28/29. 11 2009 in Mainz sein. Danke.

Weiter geht es mit Kerstin Hoffmann, die unter dem Motto „Verachtet mir die Klassik nicht!“ darüber referiert, warum Kernkompetenzen und menschliche Tugenden über den Erfolg von PR und Netzwerken im Web-2.0-Zeitalter entscheiden. Was als Thema durchaus interessant klingt, birgt für mich nicht sovie neues- wersozial media nutzen möchte, muss vorher nachdenken: Für wenn? Was will ich? Was kann ich bieten? usw. Es geht mit wenig neuem weiter: der Erstkontakt ist der wichtigste, also versaut es nicht. Kerstin warnt vor den drei großen Gefahren Unwissenheit, Gier und Eitelkeit. Also btte die drei wichtigen Dinge beachten: Wertschätzung, Authentizität, Integrität. Naja, vielleicht bin ich einfach zu werbeverseucht um das interessant zu finden.

Das nächste Thema ist der eigentlich Grund dafür, das mein innerer Schweinehund nicht schnurrend neben mir auf dem Sofa sitzt sondern zusammengeschlagen in irgendeiner Ecke der Wohnung rumjammert – weil ich dann doch hierher aufgebrochen bin. Johannes Kleske spricht über neue Arbeitskonzepte für Kopfarbeiter – das könnte ja mal interessant werden. Das dieser Vortrag unter der Überschrift „#todolist #fail“ angekündigt wurde hat mich dann erst recht angesprochen.
Er beginnt damit zu sagen, dass er nicht die 10 Grundregeln hat, wie man „getting Things done“ wirklich schafft. Er witzelt ziemlich gut über die Produktivität-Steigerungs-Mittelchen vom Buch bis zur täglich neu installierten ToDo-Listen iPhone App. Im Vergleich zur Industriegesellschaft sind wir Kopfarbeiter eben schlechter dran. Wir sehen abends nicht, ob wir viel oder wenig geschafft haben. – außer der Anzahl der abgehakten ToDo Punkte. Also verlangt Johannes nach anderen Messwerten für Kopfarbeiter. Er verweist auf Passig/Lobo, Alber „Morgen kommich später rein und – mist, nicht abgeschrieen bekommen – muss ich nachsurfen auf tautoko.info.
Sehr kurzweilig, aber mir fehlte das Patentrezept. Beim nächsten mal vielleicht.

Als 5ter tritt dann Martin Seibert nach vorne – auf besonderen Wunsch von Jens Grochtreis –und spricht über „Wikis in Agenturen und Unternehmen: Warum man sie nutzen sollte, wie man die Mailflut eindämmt und worüber viele stolpern.“. Einerseits muss ich ja nun nicht von der Sinnhaftigkeit von Wikis in Unternehmen überzeugt werden und bin zudem als 1,5 Mann Unternehmen eher am Rande der Zielgruppe, aber andererseits ist es natürlich interessant, welche Argumente Martin für Wikis vorbringt. Also Ohren auf. Als erstes bringt er den Hinweis auf Prezi.com, ein Tool, mit dem er seine Präsentation erstellt hat. Dann beginnt er über Wikivorteile zu erzählen: Jeder kann veröffentlichen statt nur einer, kein stetiges E-mail hin und her, ein durchgängiger Speicherplatz, kein überflüssiges hin und herschicken von Dokumenten, usw. Lauter Dinge, die ich noch aus Festangestelltenzeiten kenne und die mmir jetzt als Einzelkämpfer scheißegal sind. So ist schöner als in der Agentur – wie so vieles andere auch.

So – das waren die fünf Kandidaten für heute – war wieder nett. Hat mich zumindest daran erinnert, das ich Martin Seibert schon vor über 2 Jahren mal hier getroffen habe und er mir seitdem unaufgefordert einen newsletter schickt – muss ich mal abbestellen – unaufgefordert.

Dann noch ein paar Schlußworte von Darren zu nächsten Webbmontagen und dann wars das. Bis zum nächsten Mal.

7 Kommentare zu “Endlich wieder Montag – Webmontag”

  1. Andreas Demmer

    Wow, das ist ein wirklich toller und ausführlicher Rückblick auf den Web Montag. Danke für Deine Mühe! :-)

  2. Martin Seibert

    Auch von mir noch einmal ein herzlicher Dank für die Zusammenfassung. Besonders freut mich natürlich, dass Du Dir Foswiki ansehen möchtest.

    Ach ja, sag mir einfach Deine Mail-Adresse, dann trage ich Dich aus. Oder Du drückst einfach auf “abmelden” am unteren Ende jeder Ausgabe. Das funktioniert. Versprochen.

    Beste Grüße und noch mal Danke

    Martin Seibert

  3. peter

    Das muss ich überlesen habe – das ich mir Foswiki ansehen möchte. Aber den Hinweis auf die “Abmelden” Funktion nehme ich ernst. Interessant übrigens, das Frau Hofmann in ihrem Vortrag über die Todsünde sprach, wenn man nach ausgetauschten Mailadressen unaufgefordert Newsletter bekommt, oder? Ob das wirklich Zufall war?

    Gruß aus FFM

  4. Alina Gratisspiele

    Kaum zu glauben, dass es tatsächlich schon 27 Montage Monate her ist!! Time goes by so quickly…

  5. peter

    @alina – Der Link schien mir etwas zu spammig, da hab ich ihn mal rausgenommen. Aber weil der Hinweis auf den von mir vergessenen del-Strich durchaus sinnhaft war, hab ich den Rest mal freigegeben.

  6. Webrocker

    Hi Peter, wie immer viel zu spät – danke für diesen Bericht, der ja fast das Dabeigewesensein ersetzt :) Das Ding mit der Featuritis könnte ich auch durchaus hier intern mal gut gebrauchen. Hehe.

  7. nvonatiq

    Das Design von Andreas Demmer finde ich echt Klasse!

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