Webmontag Frankfurt – zugehört und mitgetippt

Es ist wieder Montag 2.0. Sprich: in der Frankfurter Brotfabrik gesellt man sich wieder mal zum Webmontag zusammen. Abermals hat Harry uns Raum und WLan überlassen, damit sich berufen fühlende Spezialisten (nicht negativ gemeint – klingt nur so) ein paar Dinge erklären, die außerhalb dieser Mauern nur die wenigsten verstehen. Und innerhalb auch mir gegenüber durchaus erklärungsbedürftig sind. Bedeutend leerer ist es als beim ersten Webmontag (den zweiten hab ich leider verpasst) – was daran liegen mag, dass die WM nicht übertragen wird. Der Publikumsandrang ist in jedem Falle überschaubar genug um schnell mal durchzuzählen – ich komme auf 27 Personen. Ab ab an husch noch jemand rein – aber voll wird es heute nicht mehr. Ob es an Saudi-Arabien vs. Ukraine, Spanien vs. Tunesien oder lediglich am Wetter liegt? Wir werden es nicht erfahren. Oder?
Nach dem üblichen Warm-kuscheln an den Tischen (Frankfurt wartet heute mit 26°C auf) wird es dunkel.
Der Beamer erhellt den Raum und los geht es mit Björn Schotte, der uns etwas über Web 2.0 (In)Security erzählen möchte. Das Thema wurde bereits auf dem Münchner Webmontag behandelt – nun beglückt uns Björn auch in Frankfurt mit den aktuellen server- und clientseitig Entwicklungen im Bereich Web2.0 Sicherheit. Ein Frankfurter Aufguss quasi.
Es geht um alte Freunde – SQL Injections, Code executions, Cross Site Scripting (XSS) und andere tolle Abkürzungen. Okay – schon die ersten 2 Minuten reichen, um mir mehr als deutlich zu machen, das mir schon die gröbsten Grundlagen fehlen, um diesen Vortrag zu verstehen. Schade eigentlich.

Fachbegriffe und Abkürzungen rauschen mir um die Ohren. Oberbegriff der vielen Abk. ist „Alte Freunde aus Web 1.0“. Also alles Alte Hüte was ich hier nicht versteh. Aber die einer oder Ansage versteh ich dann doch. Zum Beispiel das man via TinyURL ganz einfach böse Codes per Mail verschicken kann.
Dann reichlich Beispiel für XSS in der Praxis: Der MySpace Wurm hat in 20 Stunden 1 Mio. accounts betroffen, Del.icio.us hatte auch schon XSS Probleme. Dann wieder mal ein paar verständliche und hilfreiche Worte: Wer Firefox nutzt und dessen Passwortmanager kann schnell ein Problem bekommen – die Passwörter lassen sich mit irgendwelchen Scripte rasch mal auslesen.
Noch mehr Fachbegriffe und Abkürzungen – aber der Inhalt wird mehr als deutlich. Durch die vielen neuen Möglichkeiten die Web 2.0 eröffnen gibt es auch ebenso viele Möglichkeiten Mist zu bauen.

20:15 ist es mittlerweile als Martin Seibert seinen Vortrag über eTesting, den Austausch von eLearning- und Test-Elementen beginnt. Der Vortrag ist untertitelt mit „Warum Wikipedia nicht reicht!“. Klingt ein bisschen böse, ist aber ganz anders gemeint, denn die Vorschläge, die Martin macht, klingen wirklich gut. Der Inhalt seiner Präsentation in aller Kürze: Wer lernen möchte hat dafür nur wenig Möglichkeiten: Als Autodidakt, an Unis oder ähnlichem oder bei kostenpflichtigen Anbietern.
Gesucht sind Alternativen. Einige gibt es schon: freie Lerneinheiten und Test im Web, Hotpotatoe, .. Was aber fehlt ist eine zentrales Portal, das alle Kurse auffindet. Kurse, die auch von Unternehmen frei genutzt werden können. Und vor allem deren erfolgreiche Absolvierung auch in irgendeiner Art bestätigt werden – in Unternehmen beispielsweise mit Bonuszahlungen. Kurse a la Wikipedia. Tolle Idee – bitte weiter machen. Die Charts zur Präsentation gibst hier.
Dann ein Vortrag über HitFlip – eine Medien-Tauschplattform für CDs und DVDs mit Web 2.0 Features, gehalten von Andre Alpar. Diesem Vortrag sehe ich ja etwas kritisch entgegen, schließlich ist er in der Geschäftsführerriege bei HitFlip und da liegt der Gedanke, dass man den Webmontag nur als Werbeveranstaltung nutzen möchte, natürlich nahe. Lediglich der Satz „Wir würden Einblick in die Realität unserer Web 2.0 Features bieten“ hat mich dazu verleitet, diesen Vortrag nicht Bloggmäßig zu boykottieren.
Zu Anfang eine kurze Erklärung was HitFlip ist: Eine Tauschbörse die eine fiktive Währung als Zwischenschritt nutzt. Die Erklärung von Andre ist allerdings um einiges länger. Und werblicher.
Es folgt die Erklärung, was das mit Web 2.0 zu tun hat. Per Definition das eine oder andere, technisch aber nicht so viel. Die Aufzählung: Zwei Geschäftsführer (oder Mitarbeiter?) bloggen, man kann kommentieren, man kann bewerten, man kann taggen (was nach Andres Aussage kaum genutzt wird) und es gibt RSS Feeds. Toll? Naja.
Aber tolle Ideen gibt’s: User sollen bloggen (obwohl sie kaum taggen?), networken, eine Sammlungsverwaltung, Google Maps einbinden.
Also insgesamt selbst für mich als „Web 2.0 Nicht-Versteher“ nichts neues. Und zum Schluß dann auch noch mal ganz EXPLIZIT der Hinweis, HitFlip auszuprobieren – es gibt sogar noch das passwort für den 99Cent Gutschein. Also: Alle Befürchtungen eingetroffen – der nächste bitte.

Das ist nämlich Ralf Graf, der zum Mikrophon greift um seinen Vortrag mit dem Thema “Back To The Blogging-Roots, oder: Medienmix mit Tumbleblogs“ vorzutanzen. Es geht um den Trend des fröhlichen Medien-mixens.
Er beginnt mit einer vorzüglich vorgetragenen Zusammenfassung der Geschichte von Weblogs: Vom einfachen „logging the Web“ über Permalinks hin zu „Inhalts“ –Blogs mit Essays und Kommentare wie wir sie heute kennen.
Mit dem Beispiel einer Frau, die bloggt, dass sie mit ihrem Hund spazieren geht, wird die These aufgestellt, das der Status Quo der Blogs unbefriedigend ist.
Also nix wie hin zu Blog 2.0: Zu Tumbleblogs, in denen die FlickR Bilder, die del.icio.us Links, die Podcasts, YouTube Videos und all das auf einer Seite gesammelt werden. Blogs, die sich “nur” um das Erleben des Bloggers drehen und – zumeist (?) keine Kommentare zulassen. Sie kommen daher in minimalistischem Web 2.0 Design, reduziert auf das Nötigste, und mit eigemem Look für jeden Medientyp.
Eines der Beispiele dafür ist anarchaia.org, das Tumbleblog des Tumbleblog Erfinders Christian Neukirchen.

Dann ein kurzer Verweis auf Minitumbler, ein Programm das Ralf zusammen mit Beate (man kennt sie vom ersten FFM Webmontag) gerade schreibt und Tumbelblogs auch für den nicht Profi möglicht macht.

Eine klasse Präsentation die Ralf da hingelegt hat und die übrigens auch auf seiner Seite mit allen genannten Links zu finden ist.
Das war es mit den Vorträge dieses Frankfurter Webmontages – weiter geht es mit dem üblichen „Kuscheln und Networken“ Teil – und ich geh gleich mal zu Ralf und melde mich als Beta tester.

2 Kommentare zu “Webmontag Frankfurt – zugehört und mitgetippt”

  1. kosmar

    interessante themen habt ihr da so in frankfurt … bei xss hab ich mich an eine interesannte präsentation von /für google erinnert, die ich vorgestern gefunden hab: http://video.google.com/videoplay?docid=5159636580663884360&q=Google+engEDU

    da wird einem ganz anders.

    ps. meld dich mal morgen, ne? hast du meine nr?

  2. Thomas Wanhoff

    Danke für die Arbeit, Peter, ich weilte ja auf dem Webmontag in Second Life. Was Hitflip angeht: Firmenpräsentationen sind nicht wirklich unerwünscht, wer es übertreibt, wird schon sehen was er davon habt.

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