Weiter geht’s – oder „Kein ehrenamtlicher Werber“

So – jetzt ist aber mal langsam Schluss hier mit der Blogpause – nach diversen Änderungen im Familienalltag hat sich mittlerweile alles etwas eingependelt und so meine Auftraggeber wollen, steht nun wieder etwas mehr Zeit zur Verfügung, öfters mal unbezahlt in die Tasten zu hauen. Hoffentlich.

Andererseits – ich hätte kaum einen besseren Zeitpunkt für diese Blogpause finden können, dann die Säue, die in den letzten Wochen durch Kleinbloggersdorf getrieben wurden, konnte man doch eigentlich nur verpassen wollen. Oder ist etwa tatsächlich jemand daran interessiert, einem angeblichen Restaurator bei seiner Trauerarbeit zu helfen? Geht’s noch? Oder geht’s noch schlimmer? Na Logo. Solange es Agenturen gibt, die schnell mal mit der Arbeit anderer Leute Viele Moneten verdienen wollen, verdingt sich nicht nur so mancher Blogger, sondern auch Nicht-Blogger schnell mal als ehrenamtlicher Werber. Da lacht der Magenta Multi. Und die Viral-Werber kichern im Hintergrund. Budget verprasst – Chance verpassten. Oder nicht?

Vielleicht ist diese Kritik ja überhaupt nicht angebracht weil sich die Geschichte als supertolle Sache entpuppt, die über Jahrzehnte Klein und Groß begeistert. Und vielleicht bin ich nicht der richtige um diese „mitgeblogt und abgezockt“ Geschichte zu monieren – schließlich habe ich alte „Buchstabenhure“ mich auch in der Berliner Brause WG auf den Rücken gelegt bewirten lassen.

Aber da wusste doch wenigstens jeder worum es geht. Genau wie bei den Opels, dem Notebook, dem Aibo und was sonst noch so in die Blogosphere geschickt wird, um ein bisschen Billig-PR zu bekommen und diesen oder jenen Link bei Google nach oben zu spülen.
Will sagen – ich hab nichts gegen einen fairen Deal nach dem Motto: „Tust du das-und-das bekommst du das-und-das“. Aber wenn keiner weiß, worüber bzw. wofür er schreibt, aber dennoch gleich anfängt zu tippen, dann ist das doch mehr als fragwürdig. Kann ja immerhin sein, das sich am Ende rausstellt, das man für ein Unternehmen geblogt hat, das man eigentlich ziemlich Scheiße findet. Und dann ist doch egal, ob es ein um Auspuffblenden, Klingeltöne oder Handyverträge geht. Wenn sich hinterher jemand von der bloggenden Schnitzeljagd-Fraktion verarscht fühlt, war es doch ein Schuss in den Ofen.

Bleibt zu hoffen, dass sich in der deutschen Bloglandschaft möglichst bald kräftig Antikörper gegen diese viralen Tiefschläge bilden.

Übrigens auch sehr schön zu diesem Thema ist dies und dies hier.

8 Kommentare zu “Weiter geht’s – oder „Kein ehrenamtlicher Werber“”

  1. Tokbela

    Fuer mich (ehrenamtlicher Werber) war die Sache schon nach ein paar Stunden (siehe entsprechenden Blogeintrag) vorbei. Immerhin war der Erhalt abenteuerlich, auch wenn es sich als PR-Sache entpuppt hat. Trotzdem bleibt der Eintrag bestehen, auch wenn ich nicht auf Tupperdosenjagd gegangen bin. Auch wenn jetzt ein Haufen Leute ueber den Suchstring auf mein Blog kommen, die teilweise den Eintrag nichtmal zuende lesen. Ich ueberlege zwar, die Reizwoerter vollstaendig herauszunehmen, aber was soll’s.

  2. Tokbela

    … ausserdem gilt eh: Don’t feed the -T—rolls. Sache erledigt.

  3. yamb - mein notizblog » Hustle The Sluff: Schnitzeljagd oder Gewissensfrage?

    [...] Natürlich kann man darüber diskutieren, ob man sich auf sowas einlassen will. Auf der einen Seite ist der Reiz eines spannenden Spiels mit unbekanntem Ausgang, auf der anderen der sukzessive generierte Hype/Werbewert für Dritte. Soweit ja erstmal eine klassische WinWin-Situation (Ob es sich für T-Mobile rechnet, muss ja erstmal nicht das Problem der Mitspieler sein). [...]

  4. DonsTag » Hustle the sluff = shuffle shuttle!

    [...] Ich finde es jetzt nicht schlimm, dass ich für T-Com Werbung gemacht habe. Sie haben sich ja Mühe gegeben, uns alle zu unterhalten, die Idee ist gut, warum also jetzt alles schlecht machen, nur weil das Image nicht so rosa wie das “T” ist? Aber es stimmt auch, was  andere so  schreiben, nämlich dass es ja auch hätte schlimmer ausgehen können. Eine Gruppe mit sehr radikalen Ansichten, die von uns ordentlich verlinkt wird und dann am Ende seine krassen Meinungen veröffentlicht. Evtl. sollte man in Zukunft doch eher vorsichtiger agieren. Wobei das wohl sowieso meine erste und letzte virale Kampagne war, die ich mitgemacht habe. Einmal reicht… [...]

  5. Henning

    Ich fand die Aktion ganz witzig, hat Spaß gemacht. Und jetzt zahlen die mir noch ne Fahrt nach Berlin inkl. Übernachtung und irgendeiner Aktion. Ist doch super, oder?

    Klar, man wusste nicht, wer dahintersteckt. Aber wenn ich irgendein Markenprodukt benutze oder Kleidung von einer Marke trage, weiß ich auch nicht (immer), was damit alles verbunden ist.

  6. yamb - mein notizblog » Wie gesagt, ich helfe gern. Auch mit Bratwurst-Analogien.

    [...] *Peter Löser hatte selber auch einen ähnlichen Blogeintrag zum Thema geschrieben. Mit etwas anderem Fokus, insbesondere aber ohne Bratwürste, Vegetarierer und Parteien. Seinen Blogeintrag hatte ich damals bei der Technorati-Quersuche übrigens auch angelesen, später wiedergefunden und nachträglich dann auch verlinkt. [...]

  7. peter

    Drüben auf Yamp kommentiert.

  8. Blogwinkel » Blog Archive » Hilfsangebot für die Buffet-Blogger

    [...] Blogs, Werbung und PR – da hatte ich mir hier und hier ja schon mal drüber ausgelassen. Da ging es allerdings um viral untergrabene Blogs und Aktionen, bei denen man vorher nur bedingt weiß, worauf man sich einlässt. [...]

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