Dirty Talk mit angehender Ableserin

Privatfernsehen ist manchmal schlimm – keine Frage. Manchmal sogar noch schlimmer. Zum Beispiel wenn man sich dort mal einen Film ansieht und nicht schnell genug um- bzw. ausschaltet. Denn direkt im Anschluss kam eine dieser „Menschen, Tiere, Sensationen Mumpitz, Titten, Sensationslust“-Sendungen, von denen ich mir normalerweise keine Sekunde Lebenszeit versauen lasse.

Doch gestern war ich etwa zu langsam – die Fernbedienung zu weit weg, der Körper etwas zu träge – plötzlich fing so eine Sendung an. Und ich hatte einen Grund mehr diese Formate so richtig Scheiße zu finden. Nicht etwa, das die Moderatorin so hässlich gewesen wäre, als das es die Bildröhre meines Fernsehers nachhaltig geschädigt hätte (auf meinem Fernseher werden 4/3 Bilder etwas gedehnt, wahrscheinlich wirkt Magersucht daher nicht wirklich bedrohlich). Aber ich bin mir relativ sicher, dass es die 5.1 Anlage in Mitleidenschaft gezogen hat.

Nie, wirklich nie, habe ich jemanden erlebt, der im Fernsehen mit moderieren ablesen (und rum stehen und Zettel festhalten) sein Geld verdient und so schrecklich lisssssspelt. Klar, das ist ein Sprachfehler, für den Sie sicher nichts kann. Aber gewisse Jobs haben nun ein mal ein gewisses Anforderungsprofil – zumeist aus gutem Grund: Ein Nichtschwimmer kann kein Bademeister werden. Wer Höhenangst hat, sollte keinen Job als Bergführer annehmen. Ein Schauspieler kann nicht Gouverneur werden. Zumindest kein glaubhafter. Und das Ordnungsamt wird keinen Messi einstellen.

Warum also wird den Zuschauern eine Ableserin mit Sprachfehler zugemutet? Es gibt ja Leute, die sagen, das so ein bisschen Lispeln ganz süß ist. Das mag ja richtig sein – wenn die Fleischfachverkäuferin beim Metzger meines Vertrauens mir Zweineznitzel, Zinken und Zalami verkauft. Aber im Fernsehen? Der Lebenslauf der Aufsagerin, der im Netz zu finden ist, verrät natürlich nicht, wie Sie an ihre Radio- und TV-Jobs gekommen ist. Bzw. wer auf diesem Weg so gekommen ist. Also: wer hat diese Moderatorin gef**** gefördert?

Ganz sicher keiner, der auf Dirty Talk steht.
„Gibz mir du Zau“.

NACHBRENNER:

Zu dem Thema hab ich gerade noch diese unterhaltsame mp3 Datei gefunden. Wenn zich daz Gebizz verzelbztztändigt …

UPDATE

*Auf Anfrage wurden am 30.01.2007 alle Namen in diesem Beitrag entfernt.

Ein Kommentar zu “Dirty Talk mit angehender Ableserin”

  1. Blogwinkel » Blog Archive » Hallo FNP Leser,

    [...] Polizei; darüber, dass früher alles besser war; über Computerspiele im vorherigen Jahrhundert; lispelnde Ansagerinnen oder auch über die Verrichtungboxen bei der [...]

sag auch was dazu: